Sinas Femurkopfresektion

Hinweis:

Ich  bin weder Tierarzt noch ist dies ein wissenschaftlicher Bericht.

Ich möchte hier an dieser Stelle anderen Hundehaltern, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, eine Information über den Heilungsverlauf und über das „was kommt danach“ geben. Die Rekonvaleszenz ist natürlich von Hund zu Hund unterschiedlich und sollte daher nicht als Maßstab angesehen werden.


Die Femurkopfresektion

Bei der Femurkopfresektion wird dem Hund bei einer Operation der obere Teil des Oberschenkelknochens entfernt. Hierdurch erreicht man, dass der Kontakt zwischen den Knochen entfernt wird und somit der Schmerz nicht mehr vorhanden ist. Die Funktion des Hüftgelenks übernehmen dann die Muskeln im Hüftbereich, die im Normalfall sehr gut ausgebildet sind. In diesem Zusammenhang wird ein spezielles Muskelaufbautraining empfohlen. Manche Tierärzte empfehlen hier einen Tierphysiotherapeuten, andere sagen, der Hund ist alleine in der Lage nach und nach ausreichend Muskeln aufzubauen.
Nach der Entfernung des Knochengewebes bildet sich ein grobes Bindehautgewebe (fibröses Gewebe) zwischen Oberschenkelstumpf und Beckenknochen, welches mit der Zeit eine Art Scheingelenk darstellt. Dies ist in seiner Bewegung jedoch eingeschränkt (also nicht mit einem echten Hüftgelenk zu vergleichen) und verleiht dem Hund einen steifen Gang.
Diese operative Möglichkeit wird meist bei kleineren, leichten Hunden angewandt, da sie bei größeren, schwereren Hunden die Stabilität der Hüfte noch mehr belasten würde.
Andererseits wird in diversen Foren über erfolgreiche Eingriffe auch an großen und schweren Hunden berichtet. Dort ist auch von Bewegungseinschränkungen und steifen Gang nichts zu finden.


04.04.2007

Sina ist beim toben im Unterholz hängen geblieben und hat sich die linke Hüfte ausgekugelt. Diese wird beim Tierarzt wieder eingerenkt.


05.04.2007

Bei der letzten Runde rutscht die Kugel wieder aus der Pfanne. Der Tierarzt rät zur Femurkopfresektion.


12.04.2007

Unser Tierarzt hat seinen Sohn (Schwerpunkt auf Knochen- und Gelenkchirurgie) aus Berlin geholt, der dann die Femurkopfresektion durchgeführt hat.
Jedenfalls ist heute alles gut gelaufen und Sina hat beim Abholen gleich die Praxis auf ihren drei Beinen aufgemischt. Ein Mensch wäre nach so einem Eingriff ganz schön platt

 

 

 

 

 


13.04.2007

Operation gut überstanden

die schlechte Nachricht:
Die Nacht war grauenvoll.
Sina mit Trichter um den Hals:
erst einmal Unmutsäußerungen durch janken und fiepen. Dann hecheln ohne Ende. Was will der Hund nun? Wasser? vor die Tür? Und der Trichter muss sowieso ab.
Also auf, Trinken? Nein, vor die Tür? Nein. „Leg dich hin und gib Ruhe“
Nein, man humpelt durchs Schlafzimmer. Überall anecken. Dann versucht man den Trichter abzustreifen. Erstmal mit Erfolg. Also Trichter wieder drauf. Diesmal ein Loch enger. Und dann wieder Pfote gegen Plastik.
Um 01.00 Uhr ziehe ich meinem Mann zu Liebe mit ihr ins Wohnzimmer. Der ärmste durfte nämlich um 05.30 Uhr aufstehen. Um 04.00 Uhr hat Sina dann nach drei mal raus und unzähligen Trichter ab, Trichter auf (trinken) endlich ruhe gegeben.
Jetzt die gute Nachricht:
Bei der Morgenrunde hat sie beim langsamen Laufen bereits das kranke Bein aufgesetzt und bei der Mittagsrunde wollte Sina schon ein wenig weiter laufen. Selbst das Hinsetzen beim lösen geht hervorragend für solch eine Operation. Auch die Zickerei wie nach der Kastration ist bisher ausgeblieben.

 

 

 

 

 

 

 

 


14.04.2007

Der Bluterguss

Wie vom Tierarzt bereits angekündigt wird das Bein immer dicker und verfärbt sich rot blau. Aber Sina tritt beim langsamen laufen immer noch mit dem kranke Bein auf. Auch ihr Allgemeinzustand ist super.

 

 

 

 

 

 

 

 


15.04.2007

Am Aasee

Der Bluterguss wandert weiter in Richtung Pfote und Bauch, die Farben reichen über Tiefrot bis zu Dunkellila. Das Bein ist etwa doppelt so dick. Sina hat außer Metacam keine weiteren Schmerzmittel bekommen. Bei unserem Besuch heute auf den Aaseewiesen hat sie weiterhin das Bein leicht belastet, was ihr wohl keine großartigen Schmerzen bereitet. Sie durfte sich dann auch ohne Leine rund um unser Lager bewegen. (Hat sie auch reichlich genutzt um Stöcke zu zerkleinern)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

16.04.2007

Wir waren heute beim Tierarzt zur Kontrolle und Verbandwechsel. Zum ersten mal war für uns der Schnitt (ca. 10 cm lang) zu sehen. Mit der Wunde ist alles in Ordnung und der Verband wurde erneuert. Die ganze Praxis war schon sehr erstaunt, dass Sina das kranke Bein bereits nutzt. Der nächste planmäßige Besuch steht am Freitag zum Fädenziehen an.


18.04.2007

Die Schwellung am Bein geht genau so schnell zurück wie sie gekommen ist, nur noch der Fuß ist ein wenig dicker. Auch die Hautfarbe an Oberschenkel und Bauch wechselt wieder ins rosafarbene.


20.04.2007

Die Fäden sind raus

Endlich ist das blöde Pflaster weg. Das Fädenziehen war unkompliziert und Sina hat auch keine Miene verzogen. Der Tierarzt ist mit dem Heilungsverlauf sehr zufrieden. Die starke Schwellung am Bein durch den Bluterguß ist auch schon wieder ganz weg. Sina setzt auch immer mehr das Bein beim Laufen ein. Muß sie auch, denn nun ist Muskelaufbau angesagt.
Allerdings erst mal nur an der Leine. Krankengymnastik möchten wir unbedingt vermeiden, da Sina ja beim übermäßigen „betüdeln“ Anfang des Jahres mit beißen reagiert hat und wir dies auch nicht wieder herrausfordern möchten. Sie ist nämlich seit zwei Monaten sehr friedlich.

 

 

 

 

 

 


23.04.2007

Pflasterkunde

Heute eine kleine Pflasterkunde, bzw. wie bekomme ich den Pflasterkleber vom Hundefell.
Nach dem Fädenziehen war die ganze Umgebung rund um die Wunde reichlich am kleben. Damit nicht alles kleben bleibt, hat der Tierarzt die Fläche mit Babypuder bestäubt.
Sieht irre komisch aus. Aber der Kleber ist ja immer noch im Pelz. Und wachsen lassen und dann Fell abschneiden ist nun auch nicht der Brüller. Einige, sanfte Lösemittel ausprobiert, aber kein Erfolg. Also im Internet suchen und auch fündig werden. Dermasol heißt das Wundermittel und wird in der Humanmedizin, wie schon zu erahnen, zum Pflasterentfernen benutzt. Jedenfalls ist der Pelz jetzt vom Kleber befreit.
Sina geht es weiterhin gut. Momentan ist langsames laufen angesagt, damit sie auch alle viere benutzt. Am Sonntag haben wir das gute Wetter genutzt und uns unseren Platz wieder am Aasee gesucht. Sina kann dann mal ohne Leine die nähere Umgebung erschnüffeln und auch mal ein paar Stöcke zerkleinern.

Schön sauber ohne Kleber

 

 

 

 

 

 

 

Alle viere am Boden

 

 

 

 

 

 

 

Hier wirft man sich den Stock selber auf den Kopf

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie immer viel zu groß

 

 

 

 

 

 

 

Einfach mal Hund sein

 

 

 

 

 

 

 

Kleinholz

 

 

 

 

 

 

 

23.04.2007

Sina hat heute die letzte Dosis Metacam bekommen. Sie ist zum ersten Mal nach dem Unfall Treppen gelaufen. Sie war mal wieder nicht zu bremsen. Eigentlich wollte ich sie tragen, aber nach dem Ableinen lief Sina langsam, aber auf allen vieren die Treppe bei meinem Schwiegervater hinauf.


26.04.2007

Das Metacam dürfte heute seine Wirkung eingestellt haben und Sinas Laufbild hat sich nicht verändert, eher noch verbessert. Treppenlaufen geht inzwischen sehr gut und auch ins Bett springen klappt wieder ( böser Hund 😉  ) Auch am See waren wir und das Wassertreten bekommt ihr sehr gut, da muss sie nämlich alle viere benutzen.


12.05.2007

Vier Wochen sind vergangen, seit Sina operiert wurde. Gestern war Kontrolle beim Tierarzt. Und der ist sehr zufrieden mit dem Heilungsverlauf. Die Muskulatur ist schon durch das tägliche „Lauftraining“ gut aufgebaut worden. Dieses Training wird auch weiter fortgesetzt. Zusätzlich haben wir noch einige Massage- und Dehnübungen gezeigt bekommen, die jetzt nun täglich anstehen. Ist natürlich ein ganz besonderer Kick für uns, bei einem Hund der gerne mal schnappt. Aber der erste Tag ist für beide recht gut gelaufen. Außer diesen Übungen sollen wir ab und an das gesunde Bein anheben, so dass sie auf dem kranken stehen muss.
Wenn das alles gut läuft, dann soll in ca. vier Wochen noch zusätzlich eine Elektrostimulation der Muskeln beim TA erfolgen.
Eine TA-Helferin aus der Praxis hat uns noch berichtet, dass der Hund aus ihrer Familie (der Eingriff wurde im Januar in der Praxis durchgeführt) bereits jetzt schon fast immer mit einem normalen Gangbild unterwegs ist und das Bein auch voll belastet.
Dies lässt natürlich hoffen.


 

Wasser ist schön

 

 

 

 

 

 

 

Stöcke sind auch schön

 

 

 

 

 

 

 

 

Stöcke im Wasser sind super

 

 

 

 

 

 

 


15.06.2007

Neun Wochen ist die Operation jetzt her und der Heilungsprozess läuft wirklich super.
Zu 70% wird das Bein bei den Spaziergängen eingesetzt Und zwar nicht nur im Schleichtempo, sondern auch wenn es schneller gehen muss. Damit Sina nicht ganz durchdreht, darf sie auch mit kleineren bis gleichgroßen Hunden ein paar Minuten spielen. Bis jetzt ist keinem anderen Hundehalter dabei aufgefallen, dass Sina kein Hüftgelenk mehr hat.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

26.06.2007

Sina ist zum ersten Mal nach der OP in unseren Kombi gesprungen.


06.07.2007

Zwölf Wochen ist es jetzt seit der OP her und Sina ist fast wie vor dem Unfall.
Sie rennt und tobt und springt sogar. Ganz selten wird das Bein mal beim rennen angehoben
Auch das kratzen mit der Hinterpfote klappt wieder prima.
Physiotherapie haben wir nicht eingesetzt, dafür durfte Sina als Wasserratte sehr oft schwimmen, denn der See verfügt über einen „Strand“, so dass sie ohne große Anstrengung ins Wasser kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


An dieser Stelle möchte ich den Bericht über die FKR erst einmal beenden, da Sina ihr Optimum an Regeneration erreicht haben dürfte.
Wenn jemand noch Informationen zur Femurkopfresektion haben möchte, schreibt mir eine Mail mit eurer Telefonnummer, dann können wir gerne mal über das Thema reden.

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